Frankfurt am Main – Hotels & Unterkuenfte
An sich dachte ich bislang nicht, dass ich zu einem Bahnfahrer werden würde und in den Genuß den Service in einem ICE-Bistros erleben zu können.
Anlässlich eines Termins in Mannheim nutzte ich die Bahn. Züge waren pünktlich, die Reise sehr entspannt. Abends wieder zurück. So weit so gut.
Bevor es zurück ging, bewahrte mich eine Curyywurst-XXL vor dem Hungertod.
Es verlangte mich später nach einem Kaffee. Dass es hier nur Automatenkaffee geben würde, war mir klar und so schlenderte ich zum Bistrowagen.
Hinter dem Tresen bediente ein Stewart, wie es so schön im Bahnjargon heißt, der reichlich überlastet schien. Es warteten immerhin zwei Gäste und ein Pils für einen Erste-Klasse-Reisenden mußte er auch noch zapfen. Was macht er wohl, wenn es richtig hektisch zu geht??
Nun, vor mir wartete ein Gast, gut gekleidet, augenscheinlich Geschäftsmann, auf seine Bestellung. Mitten im Zapfvorgang zu 2 Bieren nuschelte der Gast in Richtung Stewart, worauf dieser “Ich nix englisch” zurück nuschelte. Rückfrage bei der Kollegin ergab, dass diese auch kein Englisch sprach. Eine Reisende erkundigte sich und gab dem Stewart freundlich Bescheid, dass der Gast gern seine Getränke mitnehmen würde. Natürlich könnten Reisende der 1. Klasse die Gläser mitnehmen, war die Antwort.
Jeder weiß es und jeder kennt es. Aber wenn man es mit eigenen Augen sieht erschliesst sich einem die ganze Tragweite.
Wiener Würstchen und Kartoffelsalat aus der Plastiktüte! Frisch aufgemacht und in der Mikrowelle erhitzt. Anschliessend halbwegs manierlich auf dem Teller angerichtet. Guten Appetit. Immerhin schien es dem Kunden nicht zu stören…
In der Zwischenzeit lag ich, vielmehr stand ich, auf der Lauer, um meinen Kaffee zu bestellen. Hatte aber nicht den Hauch einer Chance, zu Wort zu kommen.
Ein kurzer Blick auf mich, ein hastiges zu Ende zapfen eines Biers und weg war er. Nun stand ich grummelnd mutterseelenalleine am Tresen. Hatte ich ihn verschreckt? Womit nur?
Ein Fahrgast erster Klasse hatte per Fernbedienung seine Bestellung ausgelöst und der eifrige Stewart kam dessen promt nach.
Nun, ich erwarte ja nicht viel. Aber ein kurzes, bin gleich wieder für Sie da oder so was in der Art ist doch immer drin. Oder sehe ich da was falsch und habe überzogene Ansprüche?
Immerhin bekam ich zu guter Letzt meinen Automatenkaffee für schlanke EUR 2,70.
Sogar zum Mitnehmen!
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